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Ulrich Richtmeyer: Vom visuellen Instrument zum ikonischen Argument
Vom visuellen Instrument zum ikonischen Argument
(p. 111 – 134)

Entwurf einer Typologie der Hilfslinie

Ulrich Richtmeyer

Vom visuellen Instrument zum ikonischen Argument
Entwurf einer Typologie der Hilfslinie

PDF, 24 pages

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Ulrich Richtmeyer

studied Free Art at the Bauhaus-Universität Weimar, where he received an M.A., and philosophy at the Humboldt-Universität zu Berlin. In 2006, he received his Ph.D. in philosophy from the Humboldt-Universität zu Berlin with a dissertation on »Kant’s Aesthetics in the Age of Photography«. He then worked as a research associate at the Institute for Arts and Media at the University of Potsdam, as a research fellow at the NFS Eikones (Basel) and at the IKKM Weimar. From 2013 onwards, he holds a visiting professorship for »visual thinking and perception« at the University of Potsdam.

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Jutta Voorhoeve (ed.): Welten schaffen

Der vierte und letzte Band der Reihe »Wissen im Entwurf« beschäftigt sich mit graphischen Anordnungen auf Papier, die auf Veränderungen im Realraum abzielen. Hierbei kommen konstruktive Linien zum Einsatz, die dem Vorausdenken von Formen, dem Eingreifen in die Umwelt und dem Entwurf von Dingen eine erste Phänomenalität geben. Die konstruktive Aktivität, die im Mittelpunkt der Fallstudien steht, operiert weniger mit der freien Linie oder spontanen Aufzeichnungen als mit Geraden und Hilfslinien unterschiedlicher Typologien.

Eine technifizierte Hand, ausgerüstet mit Lineal, Geodreieck und Zirkel, alliiert sich mit mathematischem Wissen, um im gemeinsamen Verbund Liniengefüge zu bilden, die auf Praktikabilität und Funktionalität hin angelegt sind. Zeichnen und Rechnen treten zusammen, ebenso wie Schreiben und Kalkül. Doch diese scheinbare Rationalität der Kon­struktionsmanöver ist nicht frei von kontingenten Momenten; auch die Effekti­vität des Konstruierten bleibt dahingestellt. Jene Spielräume des Kreativen und Spontanen zeigen sich vor allem in Verwerfungen oder Unsinnigkeiten, die ebenso näher beschrieben werden sollen wie Verfahren der Ökonomisierung der Mittel, die mit Standardisierung, Reduzierung und Wiederholung arbeiten. Was geschieht konkret auf dem Papier, wenn etwas konstruiert wird? Und auf welche Verfahren greift das Konstruieren zurück?