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Philippe Despoix: Dia-Projektion mit freiem Vortrag
Dia-Projektion mit freiem Vortrag
(p. 18 – 36)

Philippe Despoix

Dia-Projektion mit freiem Vortrag
Warburg und der Mythos von Kreuzlingen

PDF, 19 pages

Aby Warburgs berühmter Vortrag im Kreuzlinger Sanatorium Bellevue im Jahre 1923 war, nach übereinstimmenden Aussagen von Zeitzeugen, keine mit Fotografien illustrierte ›Vorlesung‹, sondern eine Dia-Projektion, die der Gelehrte in freier Rede und teils improvisierend kommentierte. Wenngleich die mündliche Aufführung dahin ist, sind die Glasdiapositive, die Basis seiner ›Performance‹ waren, größtenteils erhalten. Jener Sachverhalt, der das Verhältnis zwischen Bild und Sprechen sowie die spezifische mediale Funktion der Projektion – und somit Warburgs visuell-anthropologischen Ansatz – berührt, wird hier Gegenstand einer Detailanalyse.

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Philippe Despoix

Philippe Despoix

is a professor in the Department of Comparative Literature at Université de Montréal and a former director of the Canadian Center for German and European Studies. IFK-Senior Fellow 2009–2010 in Vienna, he has been since 2009 editor-in-chief of Intermédialités, a Canadian journal on the history and theory of the arts, literature and technologies.

Gesellschaft für Medienwissenschaft (ed.): Zeitschrift für Medienwissenschaft 11

»Dokument und Dokumentarisches« zielt auf die unterschiedlichen Akte der Beglaubigung und Bezeugung, des Beweisens, Registrierens und Zertifizierens, letztendlich also der Herstellung von Evidenz, Authentizität und Wahrheit und fragt danach, wie sich diese Akte jeweils medienspezifisch ausprägen und welche Gesten und Einsätze des Dokumentarischen die Autorität einer dokumentierten Wahrheit irritieren oder unterlaufen. Die synchrone und diachrone Vielfalt dokumentarischer Bezugnahmen lässt sich nicht nur in den etablierten audiovisuellen Mediengenres, wissenschaftlichen Darstellungsformen und künstlerischen Praktiken verfolgen. Sie verweist darüber hinaus auf den Sachverhalt einer ins Alltagsleben der Mediennutzer/innen diffundierenden dokumentarischen Formensprache, die die zeitgenössischen digitalen Regime der Produktion von Subjektivität und Kollektivität maßgeblich bestimmen.

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