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Gesellschaftsvertrag und rote Farbe in Godards »Week-end«

Ute Holl

»Ich kann beim besten Willen kein Blut sehen«
Gesellschaftsvertrag und rote Farbe in Godards »Week-end«

PDF, 24 pages

Im Beitrag von Ute Holl steht zur medialen Disposition eine Politik der Bilder, die buchstäblich als Frage danach gestellt wird, wie viel Blut(-Ersatz) ein Gesellschaftskörper braucht, um als Ganzes mit Gemeinsinn aufzutreten. Jenseits der religiösen und politischen Heilsgeschichte macht Godards Einsatz der roten Farbe in Week-end die Geschichtlichkeit und Technizität des Farbfilms evident und überführt den Gesellschaftsvertrag Rousseaus in eine Politik des Blicks und seiner Störung.

  • film
  • Nouvelle Vague
  • color

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Ute Holl

Ute Holl

Ute Holl teaches media studies at the University of Basel, focusing on aesthetics, epistemology, and the theory of audiovisual, acoustic, and electroacoustic media, as well as on visual and sound archives of the Global South. Recent publications include: “‘Intelligence with an Agency’: Psychotechnik, Maschinenlernen und die Frage nach Entscheidungsmacht,” in Die Macht des Psychotechnischen, ed. Bernd Bösel and Jutta Weber (Campus, 2025); “R. W. Fassbinders filmische Historiografie: Zum Melodramatischen in Angst essen Seele auf,” in Rainer Werner Fassbinder: Kino der Subversion (Schüren, 2026); “Nicht angemessen: Verhalten unter Bedingungen von KI,” in Zeitschrift für Medienphilosophie, ed. Beate Ochsner and Markus Rautzenberg (forthcoming). Together with Peter Ott, she has made documentary and fiction films: Traum Wolken Off Exil / Dreams, Clouds, Off, Exile (2017); and Amitié (2024).
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Anja Lauper (ed.): Transfusionen

Seit der frühen Neuzeit erfuhr die Rede vom Blut wiederholte Umcodierungen: transformiert sich das christliche Blut des Erlösers nach 1600 zum physiologischen Träger des Lebens, so markiert 1800 das historische Datum, an dem es vom sozialen Unterscheidungsmerkmal zum Objekt eines Wissens vom Leben avanciert. Im Dispositiv der Bio-Politik wird das Blut zum Lebenssaft des biologischen wie des politischen Körpers.

Der Diskurs des Blutes wird von den verschiedensten Medien produziert, in Umlauf gebracht und reguliert, oder aber er wird selbst zum Medium. Die Momente des Übergangs, die Transfusionen zwischen verschiedenen Wissenskreisläufen, zwischen Kunst und Literatur, Ökonomie und Lebenswissenschaften sind das Thema des vorliegenden Bandes.