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Erich Hörl, Marita Tatari: Die technologische Sinnverschiebung
Die technologische Sinnverschiebung
(p. 43 – 63)

Erich Hörl, Marita Tatari

Die technologische Sinnverschiebung
Orte des Unermesslichen

PDF, 21 pages

Was Erich Hörl »Technoökologie« nennt – eine primordiale, uns wesentliche Umweltlichkeit –, wird erst aus einem Wandel des Sinns des Sinns heraus in ihrer Radikalität begreifbar. In ihr sieht Hörl die zentrale Bewegung der Sinngeschichte nach der Geschichtsteleologie. Die Technologie fordert heute weder negativ gedacht zu werden, als Mangel eines Grundes und Endzwecks, noch als Verwerfung der Sinnfrage, wie das das Bündnis von Kapitalismus und Nihilismus glaubt. Sie fordert den Status der Sinnfrage neu zu bestimmen. Das Gespräch geht der Frage nach, warum Hörl den Namen »Sinn« für diese heute stattfindende Wandlung beansprucht, inwiefern dabei der Sinn außerhalb jeglicher Teleologie gedacht wird und was das für die Künste heißt.

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Erich Hörl

Erich Hörl

holds the Chair of Media Culture and Media Philosophy at Leuphana University Lüneburg. He works on the conceptualization of a general ecology and publishes internationally on the history, the problems and challenges of the contemporary technological condition. Among his publications are General Ecology. The New Ecological Paradigm (ed., London 2017); Die technologische Bedingung (ed., Berlin 2011); Sacred Channels: On the Archaic Illusion of Communication (Amsterdam 2018); Gérard Granel: Die totale Produktion, ed. and with an introduction by Erich Hörl (Vienna 2020).

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Marita Tatari

Marita Tatari

is associate professor of philosophy at the University of Patras. She specializes in continental aesthetics. She earned her PhD at the University of Marc Bloch in Strasbourg with Jean-Luc Nancy and her habilitation at the Ruhr University Bochum. She was a Humboldt Fellow at UC Berkeley and at the ZfL Berlin. She has taught at the Humboldt University, the University of the Arts in Berlin, as well as the University of Basel, Bochum, Dresden, Leipzig, Kreta. She was deputy professor of contemporary aesthetics at the University of Music and Performing Arts in Stuttgart. Among her publications are the books Kunstwerk als Handlung–Transformationen von Ausstellung und Teilnahme, Fink 2017; Orte des Unermesslichen–Theater nach der Geschichtsteleologie (ed.), diaphanes 2014; Heidegger et Rilke – Interprétation et partage de la poésie, L’Harmattan 2013; Ästhetische Universalität – Vom fortbestehenden Wir, Metzler (forthcoming).
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Marita Tatari (ed.): Orte des Unermesslichen

Das Ende der Geschichtsteleologie wird als Voraussetzung einer Reflexion über die gegenwärtigen Künste begriffen. Jedoch bleiben gerade diejenigen ästhetischen und theaterwissenschaftlichen Diskurse, die in den neuen Kunstformen eine Überwindung der Tradition sehen, teleologisch. Vielleicht ist aber dieses Ende, das wir erleben, nicht als Überwindung, Bruch, Sprengung oder Verabschiedung zu verstehen, sondern – so eine Formulierung von Jean-Luc Nancy – als Mutation unseres Bezugs zu unseren Zwecken. Das vorliegende Buch diskutiert diesen Ansatz angesichts des Verhältnisses von Kunst und Politik, der Entwicklung der Technologie und der gegenwärtigen Finanzökonomie. Es stellt die Frage, was diese Mutation für die Analyse der Theatergeschichte und der Theaterpraxis bedeutet.