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Jean-Luc Nancy, Marita Tatari: Kunst und Politik
Kunst und Politik
(p. 23 – 41)

Jean-Luc Nancy, Marita Tatari

Kunst und Politik

PDF, 19 pages

Die Auffassung der Politik als der Instanz, die den Sinn in seiner konstitutiven Öffnung (oder Aussetzung) zu übernehmen hat, beschrieb Nancy in seinen Schriften zur Demokratie als letzten Rest einer Teleologie, aus der wir dabei sind herauszukommen. Es gibt keine Sphäre aller Sphären des Sinns. Die Politik sollte Zugang für alle zu der Möglichkeit von Sinnvollzügen gewährleisten, diese Vollzüge jedoch nicht übernehmen. Sie nicht als letztes Element des Gemeinsamen (des Sinns), aber auch nicht als bloße Verwaltung von Interessen zu begreifen, verlangt die radikale Singularität der Sinnvollzüge in Betracht zu ziehen. Das Gespräch diskutiert die Verbindung zwischen Kunst und Politik. Wenn die Kunstformen Sinnvollzüge sind, was heißt es, die Politik nicht als ihren Horizont zu denken?

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Jean-Luc Nancy

Jean-Luc Nancy

was one of the most influential contemporary thinkers. He taught Philosophy at the Université Marc Bloch, Strasbourg and was visiting professor with the universities of Berkeley, Irvine, San Diego and Berlin. His work has been acknowledged and praised by academics and the wider international public alike. It comprises a variety of research focuses reaching from the ontology of society to the metamorphosis of reason and the arts, on image studies, and even on political and religious aspects with respect to ongoing developments.

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Marita Tatari

Marita Tatari

is associate professor of philosophy at the University of Patras. She specializes in continental aesthetics. She earned her PhD at the University of Marc Bloch in Strasbourg with Jean-Luc Nancy and her habilitation at the Ruhr University Bochum. She was a Humboldt Fellow at UC Berkeley and at the ZfL Berlin. She has taught at the Humboldt University, the University of the Arts in Berlin, as well as the University of Basel, Bochum, Dresden, Leipzig, Kreta. She was deputy professor of contemporary aesthetics at the University of Music and Performing Arts in Stuttgart. Among her publications are the books Kunstwerk als Handlung–Transformationen von Ausstellung und Teilnahme, Fink 2017; Orte des Unermesslichen–Theater nach der Geschichtsteleologie (ed.), diaphanes 2014; Heidegger et Rilke – Interprétation et partage de la poésie, L’Harmattan 2013; Ästhetische Universalität – Vom fortbestehenden Wir, Metzler (forthcoming).
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Marita Tatari (ed.): Orte des Unermesslichen

Das Ende der Geschichtsteleologie wird als Voraussetzung einer Reflexion über die gegenwärtigen Künste begriffen. Jedoch bleiben gerade diejenigen ästhetischen und theaterwissenschaftlichen Diskurse, die in den neuen Kunstformen eine Überwindung der Tradition sehen, teleologisch. Vielleicht ist aber dieses Ende, das wir erleben, nicht als Überwindung, Bruch, Sprengung oder Verabschiedung zu verstehen, sondern – so eine Formulierung von Jean-Luc Nancy – als Mutation unseres Bezugs zu unseren Zwecken. Das vorliegende Buch diskutiert diesen Ansatz angesichts des Verhältnisses von Kunst und Politik, der Entwicklung der Technologie und der gegenwärtigen Finanzökonomie. Es stellt die Frage, was diese Mutation für die Analyse der Theatergeschichte und der Theaterpraxis bedeutet.